Vereinsreise Stanserhorn

Sonntag, 18. Mai 2008

Die Reisegruppe, die morgens um viertel vor acht in Aarau den Zug besteigt umfasst 17 Personen. Trotz trübem Wetter sind alle guter Laune. Die Reise nach Stans dauert knapp 2 Stunden, viel Zeit also zum Plaudern und "Zmörgele aus dem Rucksack". Bei der Stanserhornbahn werden wir herzlich empfangen. Die Frau an der Kasse und der Wagenführer der nostalgischen Standseilbahn freuen sich überaus, dass wir Buchser Turnerinnen das Stanserhorn als Ziel unserer Vereinsreise gewählt haben. Die Standseilbahn wurde 1893 erbaut. Mit Stolz wird uns verkündet, dass seither noch kein Meter Schiene ausgewechselt werden musste. Nach etwa einem Viertel der Strecke heisst es umsteigen auf die Luftseilbahn. Die 40-Personen-Kabine scheint ihre Jugendzeit auch schon hinter sich zu haben. Versieht sie doch seit 1976 Ihren Dienst Sommer für Sommer.
Beim Verlassen der Bergstation empfangen uns zwei gutgelaunte Herren. Robert Schuler, der Wirt des Bergrestaurants und Leo, ehemaliger Wagenführer der Stanserhornbahn und heute Wettkampfleiter unseres Dreikampfes "Lachen ohne Grenzen".
Nach einem Kaffeehalt im Restaurant treten wir im Untergeschoss zum Wettkampf an. Bevor es ernst gilt, wird noch ein bisschen geübt. Schliesslich müssen wir uns an die unkonventionellen Wettkampfgeräte gewöhnen. Die Gummistiefel müssen in einen ca. 3m entfernten Korb geworfen werden. Der erste Probeschuss trifft voll ins Ziel. Das wäre also keine Sache, ich widme mich dem Talerschwing-Training. Nachdem der Fünfliber auch nach dem zehnten Versuch nicht auf dem Rand stehend in der Schüssel kreisen will, gebe ich auf. Ruth und Elsbeth scheinen Naturtalente zu sein, sie schwingen den "Taler" scheinbar mühelos. Für mich gibt es aber in dieser Disziplin sicher keine Punkte zu holen. Auf's Alphornblasen freue ich mich ganz besonders. Dieses Instrument möchte ich schon lange gerne spielen können. Wenn es doch nur nicht so umständlich wäre. Der Erste Blasversuch tönt gar nicht so schlecht und im "Erfahrungsaustausch" mit meinen Kolleginnen gelingt es mir, meine Blastechnik noch etwas zu verfeinern.
Nun gilt es ernst. Der Probeschuss im Gummistiefelwerfen entpuppt sich sehr schnell als Zufallstreffer. Mit viel Glück landet wenigstens der dritte und letzte Stiefel noch im Korb. Beim Talerschwingen ändere ich meine Technik gegenüber der Probe und siehe da, der Fünfliber dreht tatsächlich zwei tadellose Runden in der Schüssel, bevor er diese über den Rand verlässt. Wettkampfleiter Leo wertet dies als gültigen Versuch und schreibt mir das Punktemaximum gut. Beim Alphornblasen werden drei verschiedene Töne verlangt. Mit der letzten Luft und einer fürchterlichen Grimmasse gelingt mir noch der erforderliche tiefe Ton, welcher mir auch in dieser Disziplin das Punktemaximum einbringt.
Nach Beendigung des Wettkampfes, der immer wieder durch Leo's Witze unterbrochen wurde, begeben wir uns zum Apéro mit Siegerehrung. Die drei Erstklassierten dürfen je ein Schlüsselband mit verschiedenen Anhängern in Empfang nehmen. Gewonnen hat diesen Wettkampf Vreni Gysi, gefolgt von Evi Baltisberger. Trotz miserabler Gummistiefel-Leistung reicht es auch mir noch auf das "Podest".
Zwei Tische sind auf dem drehenden Innteil des Selbstbedienungsrestaurants Rondorama für die "charmanten Frauen des Damenturnvereins Buchs" reserviert. Hier stärken wir uns, bevor wir versuchen doch noch etwas von der wunderschönen Aussicht durch die fast alles verhüllenden Wolken zu erspähen. Mit Regenschirmen bewaffnet erklimmen wir den Gipfel. Viel gibt der Berg aber heute auch von da aus nicht Preis von seiner wunderbaren näheren und weiteren Umgebung. Auch die Murmeltiere verkriechen sich bei diesem Wetter in ihren Höhlen und würdigen uns keines Blickes. So treten wir die Talfahrt dann 2 Stunden früher als geplant an und verbringen dafür noch etwas Zeit in Luzern oder auf dem Vierwaldstättersee.
Auf der Heimfahrt kommt kurz vor Aarau Hektik auf. Der Bus nach Buchs fährt in zwei Minuten. Alle. die ihn erreichen möchten, verabschieden sich schon im Zug und rennen nach dem Aussteigen sofort die Unterführung hinunter. Da diese aber wegen den Umbauarbeiten Richtung Bahnhofplatz nicht begehbar ist, erscheinen alle kurze Zeit später wieder auf dem Perron, um bald wieder in der nächsten Unterführung zu verschwinden. Der Sprint hat sich gelohnt, alle haben den Bus rechtzeitig erreicht.
Brigitte Jost


Bilder Vereinsreise

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